Sehr schmaler rollator

Der Rollator, so wie er am meisten zu sehen ist, hat 4 Räder, einen Sitz und eine Transportmöglichkeit. Zudem hat er eine gewisse Breite, die oft über 60 Zentimeter liegt und ein gefahrloses und sicheres Gehen außerhalb der Wohnung möglich macht.

Allerdings wird diese Gehhilfe vermehrt auch innerhalb der eigenen vier Wände genutzt, und da kann es einige Probleme geben. Meistens ist es die Breite: ein Rollator für die Straße läßt sich in der eher engen Wohnung nicht mehr so gut manövrieren. Das liegt zum einen an den für die Wohnung viel zu großen Rädern, meistens aber an der Breite des Rollators.

Schmaler Rollator in der Wohnung

Wohnungsrollator draussen
Schwieriges Pflaster für einen Wohnungsrollator

Nun wird so manch einer denken: „60 Zentimeter Breite beim Rollator sind doch auch in der Wohnung kein Problem! Die Türen sind doch fast immer viel breiter.Ja, dann bewegen Sie sich doch mit einem Rollator in den üblichen Maßen in der Wohnung! Sehr schnell werden Sie feststellen, daß die Türen das kleinste Problem sind. Wohnzimmer sind ja in der Regel mit Möbeln bestückt, und dazwischen bewegt sich der Mensch. Wenn man dann aber fast auf der Stelle wenden muß mit dem Rollator, weil jedes Zimmer ja mal zu Ende ist, reicht der Platz oft nicht mehr aus.

Dazu kommt, daß viele Senioren sehr unsicher sind beim Drehen und dann hinfallen. Ein schmaler Rollator ist hier besser geeignet: Man kann zwar nicht mehr so wie üblich zwischen den hinteren Rädern laufen, dafür ist er besser geeignet, um auf der Stelle umzudrehen. Allerdings sollte das einmal von einem Fachmann trainiert werden, denn aus eigener Kraft mit dem fehlenden Wissen tun sich die meisten Senioren sehr schwer. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen: Als Betreuer meiner Mutter (Ü80) versuche ich schon seit langer Zeit, sie mit dem Umgang der Gehhilfe in der Wohnung zu bewegen. Mit einem Rollator für draußen klappt es ganz gut, in der Wohnung eher weniger. Geradeaus laufen geht ja noch: Aber wenn sie wenden muß, wird sie sehr unsicher, obwohl wir extra für die Wohnung einen schmalen Rollator angeschafft haben.

Sehr schmaler Rollator

Ich habe neulich auf einer Webseite gelesen, daß ein schmaler Rollator auch außerhalb der Wohnung von Vorteil ist. Von vollen Geschäften war hier die Rede, engen Gängen und nicht viel Platz im Kassenbereich. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln soll ein schmaler Rollator besser sein.
sehr schmaler Rollator
Dem kann ich so nicht zustimmen. Außerhalb der Wohnung ist immer Platz für einen 60 Zentimeter breiten Rollator, und auch die Türen bei Bus und Bahn sind breit genug. Dafür kommen die Nachteile, die solch eine schmale Gehhilfe hat, sehr negativ zum Vorschein. Wegen der geringen Breite ist ein schmaler Rollator wesentlich instabiler und neigt eher zum seitlichem Kippen. Machen Sie selbst einmal einen Test mit einem Rollator in normaler Größe und einem schmalen Rollator für die Wohnung: Selbst ohne Einkauf im Korb werden Sie sehr schnell merken, daß der Rollator nur mühsam zum geradeaus laufen zu überreden ist.

Dazu kommen oft noch die kleineren Räder beim Stubenrollator, die jede kleine Unebenheit zum Hindernis werden lassen. Oft bleibt er einfach stehen, weil eine kannte nicht überwunden werden kann. Ein Rollator für draußen mit seinen großen Rädern macht hier weitaus weniger Probleme.



Der schmale Rollator ist meiner Meinung nach gut für die Wohnung geeignet, wo man sich zur Not auch an den Möbeln abstützen kann, falls er ins wackeln kommt. Außerhalb würde ich immer einen möglichst breite Gehhilfe empfehlen, die zudem auch höher belastbar ist, besser geradeaus läuft und mit den größeren Rädern ein besseres und sicheres Fortkommen ermöglicht.

Extrem schmaler Rollator

Wohnungsrollator draussen
Ein Rollator für die Wohnung ist nur bedingt draußen gefahrlos zu nutzen

Aber auch in der Wohnung sollte man es mit der Breite nicht „unter“treiben. Bei 40 cm ist kaum noch ein ordentliches Fortkommen möglich, da kippt der Rollator bei jeder Unachtsamkeit sofort auf die Seite. Ebenfalls nicht so mein Ding sind die Gehhilfen, die nur drei Räder besitzen. Für Menschen, denen es nur an etwas Schwäche in den Beinen fehlt, mögen sie ja noch eine gute Hilfe sein. Wer jedoch ein Problem mit seinem Gleichgewicht hat, der sollte lieber den vier Rädern vertrauen.

Denn Dreirad – Rollatoren sind bei unsachgemäßem Umgang noch viel wackeliger, und außerdem durch die Achse mit den beiden Rädern hinten auch insgesamt nicht wirklich schmal. Wendig sind sie, ohne Frage, aber nur für den geübten Nutzer, der wie gesagt über ein intaktes Gleichgewichtsgefühl verfügt. Meiner Mutter würde ich diesen nicht empfehlen, denn sie kann ohne einen Rollator kaum noch alleine stehen, geschweige denn laufen. Dafür fehlt es einfach an Kraft in den Beinen (gerade jetzt, wo sie wieder wochenlang im Krankenhaus lag und nur sehr wenig laufen konnte), aber auch am Gefühl für das Gleichgewicht. Und Hinfallen ist das schlimmste, was einem Menschen im fortgeschrittenem Alter passieren kann!