Rollator gebraucht kaufen – lohnt sich das

Wenn das Geld knapp ist, überlegt sich so mancher, einen Rollator gebraucht zu kaufen. Das kann vielleicht eine gute Idee sein, um Geld zu sparen, weil ja nicht jeder gehbehinderte Mensch von der Krankenkasse eine finanzielle Unterstützung bekommt. Auch ein Rezept vom Arzt wird nicht schnell zu bekommen sein, wenn keine wirklich dauerhafte Gehbehinderung vorliegt. Aber wie beim Kauf eines gebrauchten Autos gibt es auch hier einige Dinge zu beachten, wenn man an einem Rollator in zweiter Hand seine Freude haben will.

Gebrauchten Rollator kaufen

Die Unterschiede beginnen auch hier schon bei der Firma, die diese Gehhilfe hergestellt hat. Bekannte und erfolgreiche Markenhersteller achten sehr auf Qualität und Langlebigkeit ihrer Produkte, um  sich den aufgebauten Ruf nicht zu ruinieren. Bei billigen Importen aus nicht geklärter Herkunft können Sie meistens davon ausgehen, daß diese Gehhilfen schon bis kurz vor ihrem Ende ausgenutzt wurden. Diese waren neu schon nicht teuer, sind aber oft schon so weit verschlissen, daß viele Verschleißteile ausgetauscht werden müssen. Nur werden sie diese im Fachhandeln kaum mehr bekommen.

Markenhersteller dagegen bauen ihre Rollatoren mit einigen Verbesserungen schon seit einigen Jahren und haben meistens auch entsprechende Ersatzteile vorrätig. Doch auch hier ist ein Check nötig, um nicht später durch kleinere Reparaturen einen Preis zu erhalten, für den Sie auch einen neuen Rollator hätten kaufen können. Immerhin gibt es gute Allround – Rollatoren inzwischen für etwas über 50 Euro zu kaufen, da lohnt sich ein gebrauchtes Modell eher nicht.

Bei speziellen Gehhilfen, wie etwa einem (neu) relativ teuren XXL – Rollator für schwere Menschen, kann eine Ausschau nach gebrauchten Modellen allerdings einen preisgünstigen Vorteil bringen.



Gebrauchter Rollator: Darauf sollten Sie achten

Hier eine kleine Checkliste, worauf ich achten würde, wenn ich einen ehemals teuren Rollator gebraucht zum weit günstigerem Preis kaufen würde:

  1. Das Alter. Das ist zwar in erster Linie eine relative Beurteilung: Ein acht Jahre alter Rollator kann natürlich selten genutzt worden sein und steht optisch noch ganz gut da. Aber die Entwicklung ist inzwischen weiter gegangen, und eine schwere Gehhilfe, die vielleicht noch nicht einmal zum Zusammenfalten ist, ist einfach nicht mehr zeitgemäß
  2. Die Bremsen. Auch hier hat es einige Verbesserungen im Laufe der Jahre gegeben. Wenn sie allerdings noch intakt sind und stark zugreifen sollte das keinen Ausschluß bedeuten. Achten Sie aber auf Bowdenzüge, ob sie noch leichtgängig sind, und auch alle Stellen, wo Gelenke vorhanden sind. Diese sind oft verschlissen und haben zu viel Spiel: Sie können eventuell brechen, und dann kann es gefährlich für den Benutzer der Gehhilfe werden.
  3. Die Räder. Diese sind einige der wichtigsten Bestandteile am Rollator, denn immerhin stellen sie die Verbindung zum Erdboden her. Wenn die Gehhilfe überbietend in der Wohnung genutzt wird, sollten Sie lediglich darauf achten, daß sie sich leicht drehen und nicht zu viel Spiel in der Achse haben. Bei einem Rollator für außerhalb ist auf die Beschaffenheit der „Bereifung“ zu achten: Vor allem das Profil nutzt sich bei oftmaligem Gebrauch schnell ab. Dann kann er bei feuchtem Wetter schnell wegrutschen und bietet keine wirkliche Hilfe mehr für einen gehbehinderten Menschen.
  4. Die Stabilität. Hier sind Sie gut beraten, wenn Sie beim Kauf einen gesunden, kräftigen Berater an Ihrer Seite haben. Der kann den gebrauchten Rollator einmal „überstrapaziert“ testen und so einige Wackelstellen und Abnutzungen feststellen. Besonders auf die Handgriffe und generell die Stützrohre ist hierbei zu achten, weil ein schwerer Vorbenutzer vielleicht nicht immer sorgfältig mit der Gehhilfe umgegangen ist und sich die Rohre sogar leicht verzogen haben. Dann  ist es manchmal nicht einmal mehr möglich, die optimale Höhe der Griffe einzustellen.

Wo gebrauchten Rollator kaufen?

Rollator faltbar

Rollator: neu oder gebraucht

Gebrauchte Gehhilfen werden unterschiedlich angeboten. Zuerst sind es sicherlich Zeitungsanzeigen, die ein interessierter Senior liest. Diese werden allerdings eher seltener gekauft, weil ja auch die Entfernung, wo solch ein Rollator angeboten wird, eine Rolle spielt. Meistens braucht man dazu einen Begleiter, um einen Termin beim Verkäufer ausmachen, und ehe dann eine Besichtigung zustande kommt, ist das gute Stück meistens schon verkauft.

Günstig ist auch die Suche im Internet, zum Beispiel bei Ebay – Kleinanzeigen. Allerdings ist es hier dasselbe Problem: Zum Begutachten muß man einen Termin vor Ort vereinbaren, was eine Zeit lang dauern kann und selten Erfolg hat. Und ungesehen würde ich einen gebrauchte n Rollator nie kaufen: Das ist wie beim Autokauf. Im Inserat wird aller geschönt und die Mängel verschwiegen, und wenn man dann vor Ort ist und den Rollator nur noch abholen möchte, kann man eine böse Überraschung erleben.

Eine bessere Alternative sind große Online – Portale wie direkt bei Ebay oder Amazon. Hier gibt es mitunter auch gebrauchte Rollatoren zu kaufen, nebst einem gewissen Käuferschutz, falls Ihnen   jemand eine „Krücke“ andrehen will. Diese gebrauchten Rollatoren sind aber meistens in einem sehr guten Zustand, voll gebrauchsfähig und oft auch noch einmal vor dem Verkauf technisch überprüft. Allerdings haben sie meisten einen Nachteil: Sie sind nicht sehr viel preisgünstiger als ein neuer Rollator.