Gehhilfe schwere Menschen

Für viele Menschen, die sich aus den verschiedensten Gründen nicht mehr problemlos bewegen können, wurden im laufe der Zeit viele Hilfsmittel entwickelt. Ob es das spezielle Pflegebett ist, spezielle Sitzbadewannen oder Badewannen mit eingebauter Tür, oder Gehhilfen in vielen verschiedenen Varianten: Es gibt diese Hilfen, doch leider nicht immer in der benötigten Form. Das ist auch äußerst schwierig: So verschieden der Mensch ist, so verschieden sind auch seine Bedürfnisse. An der Gehhilfe sieht man das ganz deutlich.

Rollator für schwere Menschen

Wenn alle Menschen das gleiche brauchen würden, würde es auch nicht diese Vielfalt auf dem Markt geben. Vielleicht noch aufgeschlüsselt am Geld, das man dafür ausgeben kann, aber ein Einheitsgerät wäre wohl vorprogrammiert. Für die Industrie wäre es ein Vorteil: Eine Ware, die von fast allen Menschen gebraucht wird, ist natürlich leichter und kostengünstiger herzustellen als individuelle Produkte in viel kleineren Stückzahlen.

So ist es auch bei den Gehhilfen. Man braucht sie meistens im Alter, wenn durch die vielen Jahre die Füße oder der Rücken kein ungehindertes Fortkommen mehr möglich ist, aber auch als junger Mensch, der sich nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit wieder rehabilitieren möchte. Und da sind die Ansprüche doch auch unterschiedlich.

Stellen Sie sich vor, ein junger Mann hat Probleme mit den Beinen, und muß sich deshalb auf eine Gehhilfe wie den Rollator zurückgreifen. Dabei hat er aber in den Armen noch weitaus mehr Kraft als der Senior, den dieselben Probleme plagen. Dieser schafft es kaum noch, einen schweren unhandlichen Rollator zu schieben oder über Bordsteinkanten zu heben, womit der junge Mann in der Regel weniger Probleme hat.

Wenn diese beiden jetzt den gleichen Rollator benutzen würden, gäbe es drei Möglichkeiten:

  1. Der Rollator ist für eine jungen Mann mit Kraft in den Armen konstruiert. Der würde mit der Gehhilfe gut zurecht kommen – der Senior nicht, für ihn wäre die Bewegung mit eben diesem Rollator viel zu anstrengend.
  2. Der Rollator ist eher für unseren Senior konzipiert: Der junge Mann würde ihn zu leicht empfingen und vielleicht seiner Stabilität nicht recht vertrauen. Außerdem würde ihm wahrscheinlich das altbackene Design, das genau für den Senior geschaffen ist, nicht zusagen. Er würde lieber mit Krücken laufen als mit einem Rollator „für Rentner“.
  3. Der Mittelweg: Ein Kompromiss, der keinen von beiden überzeugt. Gibt es den schon?
XXL Rollatoren

Jeder Mensch ist verschieden – der Rollator sollte es auch sein. Ein XXL Rollator für schwere und breite Benutzer

Ein anderes Problem ist das Körpergewicht des Anwenders. Sehen Sie sich die modernen Rollatoren einmal an: Die Höchstbelastung liegt bei den meisten Modellen zwischen 120 und 150 Kilo, und das ist, so wie ich die meisten Rollatoren inzwischen kenne, ziemlich optimistisch angesetzt. Ich habe zwar trotz höherem Alter gottlob noch nicht Probleme, um mir einen Rollator anschaffen zu müssen. Aber ich habe mir einige angesehen und ausprobiert (meine Mutter ist auf eine Gehhilfe angewiesen und vertraut meinem Urteil), vielen habe ich nicht so recht in punkto Stabilität und Haltbarkeit über den Weg getraut.

Obwohl ich selbst nur ein wenig über 100 Kilo wiege (bei fast 2 Meter Körpergröße gerade noch zu akzeptieren, finden Sie nicht?). Ein anderer Bekannter meiner Mutter, der ebenfalls auf eine Gehhilfe angewiesen ist, ist zwar nicht so groß wie ich, aber weitaus breiter und schwerer (dicker sagt man ja nicht!). Der kann zum Beispiel mit Mutters Rollator fast überhaupt gar nichts anfangen.

Der XXL Rollator

Was ich damit sagen will: Es muß eine große Menge verschiedenen Gehhilfen geben, denn die Menschen sind einfach zu unterschiedlich. Nachdem ich nun einen guten Rollator für meine Mutter gefunden habe, ging die Suche nach einem Rollator für schwere und breite Menschen für ihre Bekannten los. Da meine Frau einige zeit lang in einem Pflegeheim gearbeitet hat, konnte sie mir wertvolle Hinweise geben. Ich hab e sie öfter auf ihre Station aufgesucht und mich auch mit betroffenen Menschen unterhalten – mitz den unterschiedlichsten Ergebnissen.

Die meisten der Senioren brauchen eine Gehhilfe, und haben auch eine (ihrer Meinung nach) passende gefunden. Obwohl meine Frau manchmal anderer Meinung war – wenn die Senioren mit ihrem Rollator, den sie meistens im Innenbereich nutzen, auch zufrieden schienen – kamen sie meistens damit zurecht. Aber eben nicht immer: und dabei soll meine kleine Seite helfen, daß jeder den passenden Rollator bekommt, der für ihn zugeschnitten ist und mit dem er sicher und möglichst ohne weitere Belastung seine Mobilität im Alltag bewältigt.