Warum Rollator?

Erst einmal folgendes:
Den Rollator, so wie Sie ihn heute kennen, gibt es noch nicht mal sehr lange.

Erst 1990 wurde er in Schweden erfunden, und seitdem hat er sich in windeseile in der ganzen Welt ausgebreitet.
Inzwischen ist er ein fester Bestandteil der Fortbewegung geworden, nicht nur für ältere Menschen.
Auch Menschen, denen das Schicksal so hässliche Krankheiten wie Multiple Sklerose, einen schweren Bandscheibenvorfall oder Parkinson beschert hat, können sich mithilfe eines Rollators wieder viel besser bewegen, und vor allem selbstständig, ohne fremde Hilfe.
Es besteht also überhaupt kein Grund, auf diese Gehhilfe zu verzichten und sich aus Scham nicht in die Öffentlichkeit zu trauen.
Das Gegenteil ist der Fall: Mit Ihrem Rollator haben Sie nun wieder die Möglichkeit, sich frei und sicherer zu bewegen.
Sie können alleine einkaufen gehen, oder einfach nur spazieren gehen.
Auch in der Wohnung kann ein kleiner Rollator eine große Hilfe sein.

Die Merkmale eines Rollators

Rollator faltbar

Der typische Rollator von heute: 4 Räder, Sitzfläche, Transportkorb und natürlich wirksame Bremsen. Foto: Bishoff/Amazon

Ein Rollator sollte möglichst schmal, aber trotzdem standsicher sein. Hier müssen Sie einen Kompromiss eingehen, denn beide Eigenschaften sind so gegensätzlich, daß es bisher nicht gelungen ist, ein Modell zu entwickeln, das allen Ansprüchen gerecht wird.
Schmal ist gut, wenn Sie sich viel in der Wohnung bewegen. Dann sind Sie schnell, wendig und können aufgrund des niedrigen Gewichts schnell den Standort wechseln.
Am praktischsten sind dabei die Modelle aus Holz. Sie sind recht klein, wendig und vor allem auch leicht.
Leider sind sie aufgrund der aufwendigen Fertigung nicht ganz billig.

Für den Aussenbreich, zum Einkaufen oder bummeln im Stadtpark, sind dann die größeren Rollatoren wesentlich besser geeignet. Sie haben eine hohe Stabilität, kippen nicht so schnell und lassen sich auch hervorragend beladen.
Da können Sie auf Ihrer Tour jede Menge Verpflegung und medizinisches Material mitnehmen, ohne etwas tragen zu müssen.

Vom Gewicht her geht es mit den modernen Geräten auch. Sie sind wesentlich leichter als vor ein paar Jahren noch, es werden viel bessere Materialien verwendet, und dank der deutschen Zulassungspflicht sind sie auch sehr zuverlässig und sicher.

Die Ausstattung des Rollators

Damit Ihnen Ihr Rollator wirklich eine große Hilfe ist, sollte er schon eine gewissen Ausstattung haben.
Eine Einkaufstasche oder der Sitz sind bei guten Rollatoren heute schon selbstverständllich, aber es gibt noch weiteres nützliches Zubehör.
Alles muss man nicht haben, aber manche Sachen sind doch von Vorteil.

Zum Beispiel der Getränkehalter. Sie werden Ihn nicht mehr missen wollen, weil sie einfach nur zugreifen
müssen, um Ihre Erfrischung in der Hand zu haben, und nicht erst lange in der Tasche suchen, weil die Flasche natürlich ganz unten liegt.

Von Vorteil ist auch eine Halterung für Ihren Gehstock. Auch wenn Ihr Rollator Sie fast überall hin begleitet, so ist es manchmal nicht möglich, ihn zu benutzen, sei es nun, daß Sie bei Bekannten zu Besuch sind und die Wohnung oder das Treppenhaus einfach zu eng sind oder in einem kleinen Geschäft, wo zwischen den Regalen wenig Platz ist.
Schön, wenn der Gehstock jetzt mit dabei ist!

Noch von Vorteil: Ein Bremssystem!
Das Bremssystem sichert den Rollator gegen Wegrollen und kann nicht nur als Feststell- sondern auch während der Fahrt als Betriebsbremse benutzt werden. Unbedingt nutzen sollten Sie die Feststellbremse, wenn Sie sich einmal auf dem Sitz Ihres Rollators ausruhen möchten!

Klappbar oder nicht klappbar ?

Rollator faltbar

Ein faltbarer Rollator benötigt nur noch wenig Platz Foto: Amazon

Das ist jetzt die Frage!
Ist aber relativ leicht zu beantworten:
Wenn Ihr neuer Rollator zusammenzuklappen geht, haben Sie nur Vorteile. Vorausgesetzt, er ist stabil aufgebaut und kann sich nicht unterwegs selbst zusammenklappen, wie es bei einigen Billigmodellen schon vorgekommen ist. Vor allem außerhalb der Wohnung muß der Rollator faltbar sein: Zusammengeklappt kann er wesentlich besser auf einer Treppe transportiert werden, und auch erst bei einem kleineren Maß, das er zusammengefaltet hat, paßt er in den Kofferraum eines Autos.

Ein Rollator, den Sie dagegen ausschließlich in der Wohnung benötigen, muß nicht unbedingt faltbar sein. Hier kommt es eher auf eine sehr gute Wendigkeit (kleine Räder), auf ein geringes Gewicht und vor allem auf eine geringe Breite an. Auch wenn Ihre Türen 90 cm oder noch breiter sind: Ein schmaler Rollator läßt sich in der Wohnung wesentlich leichter bewegen und lenken als die etwas breiteren Gehhilfen für den Außenbereich.

Fazit:
Ein Rollator ist eine feine Erfindung, wenn es mit den Füssen nicht mehr so richtig geht, aber Sie trotzdem selbstständig und unabhängig mobil bleiben wollen.
Er ist günstiger als ein Elektromobil, und auf jeden Fall praktischer, als mit Krücken und einem Rucksack auf dem Rücken eine längere Strecke zurückzulegen.
Schön, daß er von den Schweden erfunden wurde !