Rollator oder Elektromobil ?

Der Gehstock wird wohl die erste Hilfe sein, die man sich anschafft, wenn das Gehen zu anstrengend wird. Er bietet eine Entlastung für die Füße und hat den Vorteil, daß er problemlos überall mitgenommen werden kann.

Allerdings ist er nur bei Wegen einsetzbar, die alleine der Fortbewegung dienen. Eine Tasche zu tragen ist neben dem Gehstock fast unmöglich, ein Rucksack erhöht ebenfalls das Körpergewicht und führt dazu,  daß Füße und Beine und die Wirbelsäule noch höher belastet werden.

Deshalb ist es kein Wunder, daß sich der Rollator als mobile Gehhilfe einer starken Beliebtheit erfreut. Neben der Entlastung der Beine beim Gehen bietet er viel mehr Sicherheit und hat den Vorteil, daß auch kleinere Gegenstände mitgeführt werden können, ohne sie tragen zu müssen.

Wenn allerdings die Probleme so stark werden, daß selbst das Gehen mit dem Rollator kaum noch möglich ist, könnte ein elektrischer Rollstuhl die schon fast letzte Möglichkeit sein, die Mobilität trotzdem noch zu gewährleisten. Manche Menschen können einfach nicht darauf verzichten, sei es, weil sie eben keine Verwandten oder freundlichen Nachbarn haben, die ihnen die notwendigen Besorgungen abnehmen.

Elektromobile

 Elektro Scooter Orion silber 6 km/h von Invacare

typisches Erscheinungsbild eines Elektromobils
Foto: Invacare/Amazon *

Elektromobile sind im Prinzip ähnlich aufgebaut wie ein ganz normaler Rollstuhl. Doch während dessen Betrieb sehr anstrengend für die Arme ist, oder sogar eine zweite Person benötigt, ist ein Elektromobil mit einem kleinem Motor und einer Batterie ausgestattet. Das ermöglicht Ihnen, daß Sie sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 15 kmh führerscheinfrei auf Gehwegen, in Fußgängerzonen und auch in Shoppingzentren bewegen dürfen.

In den letzten Jahren sind Elektromobile immer häufiger auf deutschen Gehwegen und in Stadtzentren anzutreffen. Das liegt daran, dass unsere Gesellschaft immer älter wird und einige Senioren oder auch gehbehinderte Menschen sich nicht mehr mit eigener Muskelkraft fortbewegen können, ohne ständig wegen der hohen Belastung erschöfpt zu sein. Ein anderer Punkt ist, daß sich die Elektromobile enorm weiter entwickelt haben. Gerade die Akkus halten viel länger als vor 10 Jahren noch, und auch der Betrieb des elektrischen Rollstuhls ist wesentlich einfacher und sicherer geworden. Früher hat eine volle Batterie vielleicht gerade für den Weg zum Supermarkt und zurück gereicht, heute können Sie sich bei vielen Modellen den ganzen Tag bewegen, ohne befürchten zu müssen, daß der Strom zu Ende geht.

Außerdem ist der Bedarf an Elektromobilen sehr stark angestiegen, deshalb werden sie in größeren Stpückzahlen hergestellt und verkauft, was wiederum dazu führt, daß die Preise für eine elektrische Gehhilfe immer erschwinglicher werden. Klar, ganz so preisgünstig wie ein Rollator werden sie nicht werden, aber die Zeiten, wo man für ein gutes Elektromobil auch schon fast einen Kleinwagen bekommen hätte, sind inzwischen vorbei.

Die verschiedenen Ausführungen eines Elektromobils

Die meisten elektrischen Mobile besitzen vier Räder, sind in der Grundversion offen, also ohne Dach, und haben wie der Rollator auch einen Sitz und eine Möglichkeit, Dinge zu transportieren. Das reicht oftmals aus, um in den Genuß einer erleichterten Mobilität zu kommen und trotz einer Gehbehinderung zum Beispiel noch selbstständig einfkaufen zu gehen oder Besorgungen zu erledigungen. Sollten die Wege allerdings weiter sein, oder wenn Sie bei jedem Wetter auf Ihre Gehhilfe angewiesen sind, könnten Sie auch über sogenannte „Kabinenmodelle“ nachdenken. Immer noch preisgünstiger als ein Pkw, bieten sie mit einem geschlossenem Dach mehr Schutz und Sicherheit.

Die Geschwindigkeit von Elektromobilen

Beim Tempo, mit dem Sie sich fortbewegen können, gibt es überwiegend zwei Einteilungen:

  1. Elektromobile bis 6 km/h benötigen wie der Rollator weder eine Zulassung noch ein Kennzeichen. Sie sind führerscheifrei zu bewegen, allerdings sollten Sie wie ein Fahrradfahrer schon die Straßenverkehrsordnung beherrschen. Denn auch wenn diese Mobile nicht sehr schnell sind: Bei unsachgemäßem Umgang oder sorglosem Betrieb besteht immer eine erhöhte Unfallgefahr.
  2. Elektromobile bis 15 km/h: Hier benötigen Sie wie bei einem Kleinkraftrad einen Führerschein, eine Versicherung und ein Kennzeichen. Außerdem müssen diese schnelleren Mobile auch wie jeder andere Pkw zum TüV.

Die Austattung ist, je nach Preisklasse, sehr unterschiedlich. Hier werden fast keine Wünsche offen gelassen. Vom einfachem, mit dem notwendigsten Zubehör ausgestattetem Elektromobil ab etwa 1200 Euro bis zum voll ausgestattetem Kabinenroller bietet der Markt für fast jeden ein passendes Modell.

Anschaffungskosten von Elektromobilen

 Alpenmobil Komfort Family 2-Sitzer - Altersgerechtes Behindertenfahrzeug / Invalidenfahrzeug für Senioren oder Personen mit einer Gehbehinderung von Alpenlift

Elektromobil für 2 Personen mit Dach
Foto: Alpenmobil/Amazon *

Der Preis von Elektromobilen hängt natürlich in erster Linie davor ab, wie oft Sie Ihr Mobil benutzen, wie weit die Wege sind, die damit zurückgelegt werden sollen, und für welchen Zweck Sie ihn brauchen. Wer viel mit seinem „Auto“ shoppen geht, benötigt natürlich eine ganz andere Transportmöglichkeit als wenn er überwiegend zum Arztbesuch (auch weiter entfernt) oder für Behördengänge notwendig ist.

Mit entscheidend ist, ob es ein offenes oder ein Kabinenmodell sein soll, wie groß die Reichweite sein muß, also wie kräftig die Batterien dimensioniert sein müssen und von der gewünschten Geschwindigkeit. Die Einsteigermodelle sind offen und fahren 6 km/h. Für eine Anschaffung sollten Sie schon etwa  1.200,00 Euro kalkulieren, für Elektromobile bis 15 km/h müssen die Batterien wesendlich größer sein, ebenfalls der Elektromotor, deshalb können hier mindestens 2.500,00 Euro notwendig werden, Kabinenmodelle bewegen sich schon preislich im Bereich eines Kleinwagens.

Unterhalt und Reichweite

Die Kosten für ein Elektromobil sind relativ übersichtlich. Bei den einfacheren, bis 6 km/h schnellen Gehhilfen fallen außer dem Strom zur Versorgung der Batterien keine weiteren Kosten an. Wartungs und Reparaturkosten gibt es natürlich auch hier, denn ein viel benutztes Elektromobol unterliegt natürlich genau so wie ein Auto einem gewissen Verschleiß. Ebenso können Unfallreparaturen, nach einem Umfallen etwa, ganz schön ins Geld gehen.

Bei den schnelleren Elektrobobilen kommen zusätzlich noch die festen Kosten zum Unterhalt dazu: Die Versicherung kostet etwa 50 – 70 Euro im Jahr, außerdem entstehen die notwendigen TüV Gebühren .

Je nach Batterie und Ausstattung können moderne Elektromobile eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern erreichen. Eine Batterieladung kostet ca. 50 Cent bis 1,00 Euro.

Elektromobil kaufen

Elektromobile können Sie ebenso wie einen Rollator oder andere Gehhilfen in den Sanitätshäusern erwerben. Und natürlich gibt es auch hier im Internet die größte Auswahl: Allein Amazon * hat so viele verschiedene Elektromobile im Angebot, daß eigentlich schon für jeden Zweck das passende Gefährt zu finden ist. Dazu wie üblich zu absolut günstigen Preisen.

Aber auch bei der Suche nach dem richtigem Elektromobil gilt: Das preisgünstigste Angebot kann eine Erst – Beratung nicht ersetzen. Deshalb sollte auch beim Kauf eines Elektromobils Ihre erste Anlaufstelle das Sanitätshaus in Ihrer Nähe sein.