Der Rollator zum Wandern

Rollatoren werden in den verschiedensten Ausführungen hergestellt. Alle sollen möglichst leicht sein, das ist aber schon die einzige richtige Gemeinsamkeit.  Ansonsten wünscht sich jeder verschiedene Eigenschaften von seiner Gehhilfe, die aber eine einzige nicht geben kann.

Wanderrollator

Auf diesen Wegen sollte schon ein spezieller Rollator zum Wandern benutzt werden

Ein Wanderrollator

Der Rollator für die Wohnung soll möglichst klein, leicht und wendig sein. Zuhehör braucht er nicht, aber wie jeder Rollator generell ist es günstig, wenn er faltbar ist. Das ist aber heute schon fast Standard.

Zum Einkaufen benötigt man ein anderes Gefährt: Leicht soll er immer noch sein, aber mit etwas mehr Zubehör. Natürlich muß eine Einkaufstasche mit dabei sein, oder ein Einkaufskorb. Hier kann jeder nach seiner Vorliebe wählen.

Weiterhin ist bei einem Einkaufsrollator ein Halter für den Gehstock von Vorteil, wenn Sie denn einen benutzen. Einen Sonnenschirm werden Sie sicher nur brauchen, wenn Ihr Einkaufsweg besonders lang ist. Deshalb muß dieser Halter nicht sein. Auch ein Getränk für unterwegs können Sie auf dieser kurzen Strecke im Einkaufskorb transportieren.

Viele Menschen sind allerdings noch rüstig genug, um mit Hilfe des Rollators auch noch längere Wege zurückzulegen und sogar wandern zu gehen. Natürlich ganz gemächlich, viele Kilometer wird man nicht schaffen. Aber immerhin: Man kommt aus dem Haus und hält sich in Bewegung.

Rollator zum Wandern – die Ausstattung

Für diesen Fall kann der Rollator schon eine Vollausstattung besitzen, denn einiges Zubehör erleichtern diese Wege doch ganz schön.

Der erwähnte Schirmhalter ist gut geeignet: Er schützt Sie vor der prallen Sonne ebenso wie vor einem plötzlichem Regenguß. Nicht der Schirmhalter natürlich, sondern der Schirm, der fest daran befestigt wird.

Rollator und Museum

Freilandmuseum im Spreewald. Besser mit Gehstock als Rollator zu besichtigen

Ein Halter für den Gehstock ist auch wichtig, wenn Sie einmal den Rollator abstellen und vielleicht ein Museum besuchen möchten. Dann haben Sie Ihren Gestock immer zur Hand.

Einkaufstasche oder Korb – ja klar, der Proviant muß ja untergebracht werden. Oder die Souveniers, die Sie unterwegs erwerben. Also auch ein Muß.

Aber das Wichtigste bei einem Rollator zum Wandern: Ein ausreichend stabiler und bequemer Sitz! Denn Pause machen müssen Sie meistens immer dann, wenn gerade keine Sitzgelegenheit in der Nähe ist! Mit dem eigenem Rollatorsitz sind Sie dabei unabhängig.

Daß ein Wanderrollastor natürlich sehr gute Bremsen haben muß, ist klar. Denn hier geht es über Stock und Stein, und auch öfter bergab. Da brauchen Sie eine Bremse auf jeden Fall! Und nutzen Sie diese auch! Wenn Sie unsicher sind: Hier habe ich ein paar Tipps zum Thema Bremse.

Komfort am Rollator

Das sind schon die wichtigesten Ausrüstungsgegenstände, die Sie unbedingt an Ihrem Rollator haben sollten. dazu kommen noch einige andere, die aber den Rollator teurer machen, weil sie natürlich aufwändig konstuiert und hergestellt werden. Ein Beispiel ist die Federung.

Federung am Rollator

Hiermit sind die Räder gemeint, die wie bei einem Auto mit einer Federung versehen werden. Damit kommt man besser über Bordsteinkanten und Baumwurzeln, aber der Umgang mit ihnen muß trainiert werden. Denn solch einen Rollator zu bewegen ist nicht so einfach: Fährt er an eine Wurzel zum Beispiel, bleibt er erst kurz stehen. Dann gibt es eine kleinen Ruck, und wegen der Federung kann das Rad die Wurzel überwinden.

Herkömmliche Rollatoren ohne Federung bleiben einfach stehen und müssen angehoben werden. Wenn man das nicht gewohnt ist, kann dieses plötzliche weiterfahren zum Sturz führen. Also unbedingt ein paar mal üben!

Rollator zum Wandern faltbar

Auch dieser Rollator, mit dem Sie gerne längere Strecken zurücklegen, sollte im Idealfall zum Falten sein. Das hat den Vorteil: Er ist wegen seiner Ausstattung und auch wegen der sicheren Nutzung im Gelände nicht der Kleinste. Da Sie ihn aber nicht so oft benutzen werden, wie Ihre Gehhilfe zum Einkaufen, wird er doch die meiste Zeit gut verstaut weggestellt sein. Und da nimmt ein faltbarere Rollator natürlich viel weniger Platz weg als einer, den man nicht zusammenklappen kann.

Außer Sie haben im Keller genügend Platz, um ihn unterzubringen. Aber wer geht schon gerne in den Keller?

Wanderrollator – meine Meinung
Trionic Veloped Trek 14er Rad L - Wandern marineblau/schwarz/gelb

optimaler Rollator zum Wandern. Hier paßt alles – er ist aber wohl nur durch Spenden zu finanzieren. Foto:Trionic/Amazon*

So, jetzt habe Sie meine Meinung zum Rollator, mit dem Sie auch wandern gehen können, gehört. Jetzt höre ich natürlich Ihre Reaktion:

„Was ist denn das für ein Quatsch: Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, daß er einen Rollator braucht, der geht doch nicht wandern!“

Hm. Stimmt eigentlich. Aber nicht immer.

Ich habe das Beispiel meiner Mutter. Die ist 78 Jahre alt und hat Probleme mit dem Gehen, so daß sie mehrere Gehhilfen nutzt. Unter anderem auch einen Rollator zum Wandern. Was macht sie nun damit?

Erst einmal geht sie selbst viele Stunden in der Umgebung spazieren. Das kann man ihr nicht ausreden.

Aber oft, am Wochenende, gehen wir mit ihr auch in den Wald (sie liebt Waldluft). Na klar, alleine kommt sie da nicht mehr hin, aber im Auto fahren wir gemeinsam in den Wald. Und dann wird auf den Waldwegen gewandert!

Mit unterhaken und festhalten ist es nicht das richtige, aber mit ihrem Rollator kommt sie ganz gut und erstaunlich flott vorn. Klar, daß wir uns hier keine Etappenziele setzen: Der Weg ist das Ziel!

Aber es macht ihr jedes Mal Spaß, mit uns in den Wald zu fahren und sich in freier Natur sich zu bewegen. Und da ist dieser Rollator, den sie hat (zugegeben: Ein Spitzenmodell aus der Sammlung ihrer ganzen Kinder finanziert), bestens geeignet.

Wer mir sagt, ältere Menschen mit Gehprobleme brauchen keinen Rollator zum Wandern, dem stelle ich gerne einmal meine Mutter vor!